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Einen Korb geben…

Einen Korb geben…

Protokoll W. Shakespeare, ich notiere Folgendes:

Aufzug Romeo im Garten:

Geh auf, schöne Sonne, und lösche diese neidische Luna aus, die schon ganz bleich und krank vor Verdruß ist, daß du, ihr Mädchen, schöner bist als sie. Sey nicht länger ihre Aufwärterin, da sie so neidisch ist; ihre Vestalen-Livree ist nur blaß und grün, und wird nur von Thörinnen getragen; wirf sie ab

Sie spricht, und sagt doch nichts; was ist das?

Ihr Auge redt, ich will ihm antworten

Wie voreilig ich bin! Sie redt nicht mit mir: Zween von den schönsten Sternen des ganzen Himmels, die anderswo Geschäfte haben, bitten ihre Augen, daß sie, indessen bis sie wiederkommen, in ihren Sphären schimmern möchten

Wie wenn ihre Augen dort wären, und jene in ihrem Kopfe? Der Glanz ihrer Wangen würde diese Sterne beschämen, wie Tag-Licht eine Lampe; ihre Augen, wenn sie am Himmel stühnden, würden einen solchen Strom von Glanz durch die Luft herabschütten, daß die Vögel zu singen anfiengen, und dächten, es sey nicht Nacht: Sieh! sie lehnt ihre Wange an ihre Hand! O daß ich ein Handschuh an dieser Hand wäre, damit ich diese Wange berühren möchte!

Julia spricht:
Ach! Du Unglücklicher!

Romeo antwortet:
Sie redt. O, rede noch einmal, glänzender Engel! MOMENT MAL!

Notiz W. Shakespeare: So kann ich diese Szene nicht schriftlich festhalten, das Drama muss sich weiter entfalten. Millionen Geschöpfe sollten diese Tragodie erfassen. Lasst mich mit dieser Szenerie unsterblich werden! Und dann?! Gibt sie ihm einfach einen Korb! Das MUSS ich überarbeiten.

2015-04-30 Balkon

 

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